(246) Der Traum ist nicht das einzige Phänomen, welches die Psychopathologie auf die Psychologie zu begründen gestattet. In einer kleinen, damals nicht abgeschlossenen Reihe von Aufsätzen in der Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie (über den psychischen Mechanismus der Vergeßlichkeit 1898 – über Deckerinnerungen 1899) suche ich eine Anzahl von alltäglichen psychischen Erscheinungen als Stützen der nämlichen Erkenntnis zu deuten. Diese und weitere Aufsätze über Vergessen, Versprechen, Vergreifen usw. sind seither als »Psychopathologie des Alltagslebens« gesammelt erschienen (1904, 4. Aufl. 1912).
(247) »Der Begriff des Unbewußten in der Psychologie«. – Vortrag auf dem dritten internationalen Kongreß für Psychologie zu München 1897.
(248) Ich freue mich, auf einen Autor hinweisen zu können, der aus dem Studium des Traumes den nämlichen Schluß über das Verhältnis der bewußten zur unbewußten Tätigkeit gezogen hat.
Du Prel sagt: »Die Frage, was die Seele ist, erheischt offenbar eine Voruntersuchung darüber, ob Bewußtsein und Seele identisch seien. Gerade diese Vorfrage nun wird vom Traume verneint, welcher zeigt, daß der Begriff der Seele über den des Bewußtseins hinausragt, wie etwa die Anziehungskraft eines Gestirnes über seine Leuchtsphäre« (Philos. d. Mystik, p. 47).
»Es ist eine Wahrheit, die man nicht nachdrücklich genug hervorheben kann, daß Bewußtsein und Seele nicht Begriffe von gleicher Ausdehnung sind« (p. 306).