Deutlichkeit der Aussicht wundere. Der Inhalt dieses Traumes ist reicher, als ich hier ausführen möchte. Das Motiv, »das Gelobte Land von fern sehen«, ist darin leicht zu erkennen. Die Stadt, die ich so zuerst im Nebel gesehen habe, ist Lübeck; der Hügel findet sein Vorbild in – Gleichenberg. In einem dritten Traume bin ich endlich in Rom, wie mir der Traum sagt. Ich sehe aber zu meiner Enttäuschung eine keineswegs städtische Szenerie, einen kleinen Fluß mit dunklem Wasser, auf der einen Seite desselben schwarze Felsen, auf der anderen Wiesen mit großen weißen Blumen. Ich bemerke einen Herrn Zucker (den ich oberflächlich kenne) und beschließe, ihn um den Weg in die Stadt zu fragen. Es ist offenbar, daß ich mich vergebens bemühe, eine Stadt im Traume zu sehen, die ich im Wachen nicht gesehen habe. Wenn ich das Landschaftsbild des Traumes in seine Elemente zersetze, so deuten die weißen Blumen auf das mir bekannte Ravenna, das wenigstens eine Zeitlang als Italiens Hauptstadt Rom den Vorrang abgenommen hatte. In den Sümpfen um Ravenna haben wir die schönsten Seerosen mitten im schwarzen Wasser gefunden; der Traum läßt sie auf Wiesen wachsen wie die Narzissen in unserem Aussee, weil es damals so mühselig war, sie aus dem Wasser zu holen. Der dunkle Fels, so nahe am Wasser, erinnert lebhaft an das Tal der Tepl bei Karlsbad. »Karlsbad« setzt mich nun in den Stand, mir den sonderbaren Zug zu erklären, daß ich Herrn Zucker um den Weg frage. Es sind hier in dem Material, aus dem der Traum gesponnen ist, zwei jener lustigen jüdischen Anekdoten zu erkennen, die so viel tiefsinnige, oft bittere Lebensweisheit verbergen, und die wir in Gesprächen und Briefen so gern zitieren. Die eine ist die Geschichte von der »Konstitution«, des Inhaltes, wie ein armer Jude ohne Fahrbillett den Einlaß in den Eilzug nach Karlsbad
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V. Das Traummaterial und die Traumquellen.
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