die zeitlichen Verhältnisse ein wenig aufzuklären «, setze ich mich an die Stelle meines Freundes, der wirklich die zeitlichen Verhältnisse des Lebens aufzuklären sucht. Der Satz verliert hiemit die Bedeutung eines Urteiles, welches sich gegen den Unsinn der vorhergehenden Sätze sträubt. Die Einschaltung, » die mir unwahrscheinlich vorkommt «, gehört zusammen mit dem späteren » Es kommt mir plausibel vor «. Ungefähr mit den gleichen Worten habe ich der Dame, die mir die Krankengeschichte ihres Bruders erzählte, erwidert: » Es kommt mir unwahrscheinlich vor , daß der Ausruf »Natur, Natur«, etwas mit Goethe zu tun hatte; es ist mir viel plausibler , daß er die Ihnen bekannte sexuelle Bedeutung gehabt hat.« Es ist hier allerdings ein Urteil gefällt worden, aber nicht im Traume, sondern in der Realität, bei einer Veranlassung, die von den Traumgedanken erinnert und verwertet wird. Der Trauminhalt eignet sich dieses Urteil an wie irgend ein anderes Bruchstück der Traumgedanken.
Die Zahl 18, mit der das Urteil im Traume unsinnigerweise in Verbindung gesetzt ist, bewahrt noch die Spur des Zusammenhanges, aus dem das reale Urteil gerissen wurde. Endlich daß »ich nicht sicher bin, welches Jahr wir schreiben«, soll nichts anderes als meine Identifizierung mit dem Paralytiker durchsetzen, in dessen Examen sich dieser eine Anhaltspunkt wirklich ergeben hatte.
Bei der Auflösung der scheinbaren Urteilsakte des Traumes kann man sich an die eingangs gegebene Regel für die Ausführung der Deutungsarbeit mahnen lassen, daß man den im Traume hergestellten Zusammenhang der Traumbestandteile als einen unwesentlichen Schein beiseite lassen und jedes Traumelement für sich der Zurückführung unterziehen möge. Der Traum ist ein Konglomerat, das für die Zwecke der Untersuchung wieder zerbröckelt werden soll. Man wird aber anderseits aufmerksam gemacht, daß sich in den Träumen eine psychische Kraft äußert, welche diesen