ist doch merkwürdig, daß auch Leute, die sonst tutelrein sind, solche Angelegenheiten nicht zu behandeln
Der indifferente Traumanlaß deckt, wie man sieht, nur eines der Elemente des Traumes. Zur Bedeutung ist er überhaupt nur gekommen, indem er sich an ein früheres Erlebnis des Träumers angereiht hat, das, an sich auch gleichgültig, von seiner Phantasie mit stellvertretender Bedeutung ausgestattet wurde.
Als Knabe, der mit seinem Vater wohnte, schüttete er einmal schlaftrunken ein Glas Wasser auf den Boden, so daß das Kabel des Zimmertelegraphen durchtränkt wurde, und das kontinuierliche Läuten den Vater im Schlafe störte. Da das kontinuierliche Läuten dem Naßwerden entspricht, so werden dann »einzelne Schläge« zur Darstellung des Tropfenfallens verwendet.
Das Wort »tutelrein« zerlegt sich aber nach drei Richtungen und zielt damit auf drei der in den Traumgedanken vertretenen Materien:
- »Tutel« = Kuratel bedeutet Vormundschaft;
- Tutel (vielleicht »Tuttel«) ist eine vulgäre Bezeichnung der weiblichen Brust, und
- der Bestandteil »rein« übernimmt die ersten Silben des Zimmertelegraphen, um »Zimmerrein« zu bilden, was mit dem Naßmachen des Fußbodens viel zu tun hat und überdies an einen der in der Familie des Träumers vertretenen Namen anklingt7.
Wortneubildungen.
IV. In einem längeren wüsten Traume von mir, der eine Schiffsreise zum scheinbaren Mittelpunkte hat, kommt es vor, daß die nächste Station Hearsing heißt, die nächst weitere aber Fließ . Letzteres ist der Name meines Freundes in B., der oft das Ziel meiner Reise gewesen ist. Hearsing aber ist kombiniert aus den Ortsnamen unserer Wiener Lokalstrecke, die so häufig auf ing ausgehen: Hietzing , Liesing ,