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nydus/Die TraumdeutungPublic
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VI. Die Traumarbeit.

scheinbar recht asexuellen › violets ‹ suchte ich mir – recht kühn, wie ich meinte – mit einer unbewußten Beziehung zum französischen › viol ‹ zu erklären. Zu meiner Überraschung assoziierte die Träumerin › violate ‹, das englische Wort für vergewaltigen. Die zufällige große Wortähnlichkeit von violet und violate – in der englischen Aussprache unterscheiden sie sich nur durch eine Akzentverschiedenheit der letzten Silbe – wird vom Traume benutzt, um ›durch die Blume‹ den Gedanken an die Gewaltsamkeit der Defloration (auch dieses Wort benutzt die Blumensymbolik), vielleicht auch einen masochistischen Zug des Mädchens zum Ausdruck zu bringen. Ein schönes Beispiel für die Wortbrücken, über welche die Wege zum Unbewußten führen. Das ›one has to pay for them‹ bedeutet hier das Leiden, mit dem sie das Weib- und Mutterwerden bezahlen muß.

»Bei › pinks ‹, die sie dann › carnations ‹ nennt, fällt mir die Beziehung dieses Wortes zum ›Fleischlichen‹ auf. Ihr Einfall dazu lautete aber › colour ‹ (Farbe). Sie fügte hinzu, daß carnations die Blumen seien, welche ihr von ihrem Verlobten häufig und in großen Mengen geschenkt werden. Zu Ende des Gespräches gesteht sie plötzlich spontan, sie habe mir nicht die Wahrheit gesagt, es sei ihr nicht › colour ‹, sondern › incarnation ‹ (Fleischwerdung) eingefallen, welches Wort ich erwartet hatte; übrigens ist auch ›colour‹ als Einfall nicht entlegen, sondern durch die Bedeutung von carnation – Fleischfarbe , also durch den Komplex determiniert. Diese Unaufrichtigkeit zeigt, daß der Widerstand an dieser Stelle am größten war, entsprechend dem Umstand, daß die Symbolik hier am durchsichtigsten ist, der Kampf zwischen Libido und

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