die Tat und die bewußt sich äußernde Gesinnung. Die Tat vor allem verdient in die erste Reihe gestellt zu werden, denn viele zum Bewußtsein durchgedrungene Impulse werden noch durch reale Mächte des Seelenlebens vor ihrem Einmünden in die Tat aufgehoben; ja, sie begegnen oft darum keinem psychischen Hindernis auf ihrem Wege, weil das Unbewußte ihrer anderweitigen Verhinderung sicher ist. Es bleibt auf alle Fälle lehrreich, den viel durchwühlten Boden kennen zu lernen, auf dem unsere Tugenden sich stolz erheben. Die nach allen Richtungen hin dynamisch bewegte Komplikation eines menschlichen Charakters fügt sich höchst selten der Erledigung durch eine einfache Alternative, wie unsere überjährte Morallehre es möchte.
Und der Wert des Traumes für die Kenntnis der Zukunft?
Daran ist natürlich nicht zu denken. So freudig man auch als bescheidener und vorurteilsloser Forscher das Bestreben begrüßen mag, auch die verpönten »okkulten« Phänomene in den Kreis der wissenschaftlichen Untersuchung zu ziehen, man wird doch an der Erwartung festhalten, daß diese Studien uns zwei Dinge nicht aufdrängen werden: den Glauben an die Fortexistenz der Gestorbenen und den an die Erkenntnis der nicht mehr berechenbaren Zukunft.
Man möchte dafür einsetzen: Für die Kenntnis der Vergangenheit.
Denn aus der Vergangenheit stammt der Traum in jedem Sinne. Zwar entbehrt auch der alte Glaube, daß der Traum uns die Zukunft zeige, nicht völlig des Gehaltes an Wahrheit. Indem uns der Traum einen Wunsch als erfüllt vorstellt, führt er uns allerdings in die Zukunft; aber diese vom Träumer für gegenwärtig genommene Zukunft ist durch den unzerstörbaren Wunsch zum Ebenbilde jener Vergangenheit gestaltet.